Phosphorarme Rohfaserkomponente: Lignocellulose

Die Stoffstrombilanz der neuen Düngemittelverordnung zwingt landwirtschaftliche Betriebe, den Phosphorgehalt der Futtermittel genau einzustellen. Die Rationen müssen den Phosphorbedarf der Tiere decken und zugleich den Phosphorgehalt tierischer Ausscheidungen minimieren. Da bleibt wenig Spielraum für Schwankungen des Phosphorgehalts. Unterschiedliche Rohfaserträger können unterschiedlich viel zusätzlichen Phosphor in die Ration einbringen. Die phosphorarme Lignocellulose eignet sich besonders als Rohfaserkomponente für die phosphorreduzierte Fütterungsstrategie.

Phosphorarme Rohfaserkomponente für Nutztiere

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Die neue Düngemittelverordnung stellt landwirtschaftliche Betriebe vor eine schwere Aufgabe. Die Kontrollwerte für betriebliche Nährstoffüberschüsse werden in den nächsten Jahren schrittweise nach unten korrigiert. Damit sinken die Grenzwerte für den Eintrag von Stickstoff und Phosphor auf landwirtschaftliche Flächen. Um die Grenzwerte einhalten zu können, müssen landwirtschaftliche Betriebe die tierischen Ausscheidungen genau überwachen.

Der Phosphorbedarf von Nutztieren ist gut untersucht und für viele Tierarten und deren Produktionsphasen gibt es Versorgungsempfehlungen. Heutzutage ist nicht mehr die Unterversorgung der Tiere mit Phosphor für den landwirtschaftlichen Betrieb eine Herausforderung, sondern die Überversorgung. Je nach Komponenten übersteigt oft der Gesamtphosphorgehalt vieler Futtermittel den Bedarf der Tiere. Der überschüssige Phosphor, den der tierische Organismus nicht aufnehmen kann, wird unverdaut wieder ausgeschieden und belastet die Stoffstrombilanz des Betriebes.

Um den Phosphorbedarf der Tiere zu decken und zugleich den Phosphorgehalt der tierischen Ausscheidungen auf ein Mindestmaß zu reduzieren, sind folgende Überlegungen notwendig:

  1. Der Bedarf der Tiere wird ermittelt
  2. Der P-Gehalt des Futtermittels muss berücksichtigt werden
  3. Die Nährstoffe in der Ration müssen auf den notwendigen Gehalt eingestellt werden, auf Überschuss wird bewusst verzichtet
  4. Die Verdaulichkeit der Nährstoffe in der Ration wird berücksichtigt
  5. Die Fütterung wird an den Bedarf der Phasen angepasst (z.B. beim Broiler Aufzuchtfutter, Mastfutter, Endmastfutter)

Phosphorreduzierte Fütterungsstrategien für Rind, Schwein und Geflügel

Betrachtet man Mischfuttermittel für Rind, Schwein und Geflügel, so wird der Phosphor insbesondere durch die pflanzlichen Rohfaserkomponenten in die Ration eingebracht. Die meisten Mischfuttermittel enthalten ausreichend Phosphor, sowohl freien Phosphor als auch phytatgebundenen Phosphor. Phytasen machen auch den phytatgebundenen Phosphor für den tierischen Organismus nutzbar. Bei Bedarf werden Mischfuttermitteln Phytasen zugesetzt. Phytasen aus dem Futter – sowohl die pflanzeneigenen als auch die zugesetzten – und mikrobielle Phytasen aus dem Verdauungstrakt der Tiere steigern die Phosphor-Verdaulichkeit.

Um die Grenzwerte für den Eintrag von Phosphor auf landwirtschaftliche Flächen nicht zu überschreiten, ist eine phosphorreduzierte Fütterungsstrategie notwendig. So kann der Phosphorbedarf des tierischen Organismus gedeckt und zugleich der Phosphorgehalt in den tierischen Ausscheidungen auf ein Minimum reduziert werden. Hierfür ist ein Vergleich des Phosphorgehalts unterschiedlicher Rohfaserträger notwendig. Rohfaserkomponenten mit hohem Phosphorgehalt erhöhen den Gesamtphosphorgehalt der Rationen und damit oft auch den Phosphorgehalt der tierischen Ausscheidungen. Bei einigen typischen Rohfaserträgern ist der Phosphorgehalt sehr hoch und kann je nach Jahreszeit, Wetter und Anbaugebiet stark schwanken. Regelmäßige Mengenelementanalysen der Futtermittel sind unabdingbar, um die Stoffstrombilanz nicht weiter zu belasten.

Lignocellulose JELUVET®

Foto: © JELU-WERK – www.jelu-werk.com

Die natürliche Lignocellulose JELUVET® verfügt über einen extrem niedrigen Phosphorgehalt. Der Gesamtphosphorgehalt – und damit sowohl der freie Phosphor als auch der phytatgebundene Phosphor – liegt unterhalb der Nachweisgrenze von 0,1 g/kg ursprünglicher Substanz (eigene Analysen, Methode DIN EN 16943). Deshalb bringt Lignocellulose als Rohfaserkomponente keinen zusätzlichen Phosphor in die Ration. Mit Lignocellulose lässt sich der Rohfasergehalt eines Mischfuttermittels zuverlässig einstellen, ohne zusätzlichen Phosphor in die Ration einzutragen. Phosphorarme Lignocellulose eignet sich deshalb besonders gut als Rohfaserkomponente für die phosphorreduzierte Fütterungsstrategie.

Phosphorgehalt einiger Rohfaserträger

Vergleichswerte für den Phosphorgehalt von einigen Rohfaserkomponenten (alle Werte außer P-Wert der Lignocellulose aus Gruber Tabelle)

Rohfaserträger Trockenmasse in g/kg uS Rohfaser in g/kg uS Phosphor in g/kg uS
Grünmehl (Klee) 900 203,0 2,7
Weizenkleie 880 151 10,6
Haferstroh 860 381 1,20
Maiskornsilage 650 25 3,5
Wiese grasreich (Silage) 350 78 1,5
Weizengrießkleie 880 84 8,2
Gerstenfuttermehl 880 58 3,6
Lignocellulose 880 700 < 0,1

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